Cenote. „si-ˈnō-tē“. Cenoten sind natürliche Seen, die durch den Einsturz des porösen Kalksteingesteins entstanden sind. Dadurch wurde eine geheime unterirdische Welt aus kristallklarem, frischem Wasser freigelegt.

Cenote Tequila ist also benannt nach den heiligen unterirdischen Quellen der Halbinsel Yucatan. Zugegeben, ich dachte erst, Cenote wäre ein Ableger von Fortaleza Tequila. Der Añejo von Cenote hat nämlich, wie alle Fortaleza Tequila ebenfalls eine Tequila Piña als Zierkorken auf der Flasche. Aber: Cenote Ist nicht von Fortaleza, sondern stammt aus der Destilliere Fabrica de Tequilas Finos, S.A. de C.V. mit der NOM 1472.

In dieser Destillerie wird aktuell eine ganze Reihe an Tequila produziert. Andere Marken die hier entstehen: KAH (bin ich eher nicht so begeistert), Rooster Rojo (finde ich persönlich interessant auch wg. Preis/Leistung), und der AC/DC Thunderstruck Tequila (was soll das sein?).

Erwähnenswert wäre noch, daß hier auch ein gewisser Villa One Tequila von Nick Jonas und John Varvatos produziert wurde. Offensichtlich zwei bekannte Persönlichkeiten aus der Musik und Fashion Welt Amerikas.

Ich verkoste also heute den Reposado der Cenote-Serie, hier im Bild in der Mitte zu sehen. Warum den Reposado? Weil hier das beste aus zwei Tequila-Welten zusammenkommt: Die Agave aus dem Blanco und das Holz aus dem Añejo.

Cenote Tequila Blanco, Reposado, Anejo

Optik

Bei der Optik kommt der Reposado (und auch der Blanco) nicht an den coolen Style des Añejo hin. Warum man sich hier nicht bei allen drei Varianten für den „Piña“-Korken entschieden hat, das weiss wohl nur der Hersteller.

Herstellung

„Modern-klassisch“ würde ich das beschreiben. Die Agaven sind angeblich 6-7 Jahre alt, was in etwas dem Mindestalter für ordentliche Qualität entspricht. Diese Agaven wurden nach dem Zerkleinern Zeit- und Ressourcen-schonend in Schnellkochöfen, sogenannten Autoclaven gekocht. Völlig legitim in meinen Augen.

Nur erwähnt das der Hersteller auf seiner Website nicht. Da geht´s nach der Ernte gleich über in die Destillation (Double Pot Still Distillation). Transparenz wäre hier besser, zumal man ja alles irgendwo im Netz finden und nachlesen kann. Gereift wird der Reposado für 3 Monate in amerikanische Weisseichenfässern.

Das besondere bei der Produktion des Cenote Tequila

Das Wasser das bei der kompletten Produktion verwendet wird, stammt aus einem Tiefbrunnen und durchläuft eine Umkehrosmose und anschliessender Kohlefiltrierung mit Silberionen, um bei der Herstellung Verunreinigungen auszuschließen. So steht´s zumindest auf der Website von Cenote Tequila. Spannend und sinnvoll oder nur ein Gag? Das muss jeder selbst entscheiden. Zumindest bleibt dieser Satz hängen.

Also alles in allem, bis auf diesen „Wasser-Stunt“, ein gewöhnlicher Weg bei der Herstellung.

Wie schmeckt der Cenote Tequila?

Im Glas erkenne ich eine ordentliche Goldfärbung.

Aroma

Die gekochte Agave ist klar erkennbar und harmoniert gut mit den holzigen Vanille- und Karamellklängen. Aber auch mineralisches ist erkennbar, blumig, frisch und leicht. Es ist eben kein Añejo sondern „nur“ ein Reposado. 3 Monate Reifung sind wirklich in der Regel genug, zumindest für meine Nase und Gaumen.

Geschmack

Woran erkennt man einen guten Tequila? Jepp, wenn das Aroma sich im Geschmack fortsetzt. Und genau das passiert hier auch. Schöne gekochte Agave auf der Zunge, etwas Süße, hinzukommt auch etwas Leder, bisschen Honig und Vanille.

Abgang

Rund, mild – würd ich mal sagen. Kein versteckter Stolperer oder sowas. Eben auch hier: gut gemacht.

Fazit

Ein ordentlich hergestellter Reposado in einer schicken Flasche zu einem etwas überzogenen Preis. Geschmacklich ohne Ecken und Kanten. Ist das nun gut oder schlecht? Um das zu beurteilen muss man sich hier wohl noch die restlichen Varianten vornehmen. Also den Blanco und den Añejo.

Und sogar einen Cristalino gibt es von Cenote und einen „Green Orange Liquer“. Ob ich mir aber letzteren antue, das weiss ich noch nicht.

Salud!

Cenote Reposado Tequila 40%

47,90 €
7.2

Optik

8.5/10

Aroma/Geschmack

7.1/10

Preis/Leistung

6.0/10

Pros

  • Coole Flasche
  • Ausgewogenes Aroma und Geschmack

Cons

  • Vielleicht zu harmlos
  • Etwas overpriced