Nach Angaben des Tequila Regulatory Council (CRT) erreichte die Gesamtproduktion von Tequila im ersten Halbjahr 2019 181,2 Millionen Liter. Dafür benötigte die Industrie 676 Tausend Tonnen der Sorte Blaue Weber Agave. Kann ein Rohstoff der bis zu 10 Jahre für gesundes Wachstum benötigt dieses Tempo überhaupt mithalten?

Neues Tequila Rekordjahr 2019

Die bisherige Produktionshöhepunkt von Tequila war 2008, mit 312 Millionen Litern. Letztes Jahr kam man dieser Marke mit 309 Millionen wieder ziemlich nah. Wenn wir davon ausgehen daß das aktuelle Produktionsvolumen bis Jahresende gehalten wird dann landen wir bei ca. 360 Millionen Liter Tequila. Was wiederrum einer Steigerung von ca. 15% zum Vorjahr entspricht. Irre.

Ungebremste Nachfrage – vor allem in den USA

Der Grossteil der Mehrproduktion entfällt dabei auf die USA. Hier landen 84% des exportierten Tequilas. Das ist nachwievor Kernmarkt der grossen Konzerne und neuer Marken die seit geraumer Zeit in den Tequilamarkt drängen (z.B. G4 Tequila).

Ich hatte ja bereits in einem anderen Blogpost darauf hingewiesen, daß wir hier in ein paar Probleme reinlaufen:

  • Die Nachfrage nach Tequila steigt weiter
  • Die Preise für das Kilo Blaue Weber Agave sind am absoluten Höchststand. Viele Rohstofflieferanten (die vorrausschauend geplant haben) machen ordentlich Reibach weil sie nun zu hohen Preisen Agaven verkaufen können. Wer keine eigenen Agaven-Felder besitzt, oder auch nicht anderweitig vorgesorgt hat, der hat ein Problem und muss zukaufen was er bekommen kann. Egal was.
  • Wie soll nun die Nachfrage weiterhin befriedigt werden?
  • Durch erneute Senkung des %-Anteils an Agaven im Mixto auf Kosten der Qualität?
  • Durch Anhebung der Preise für 100% de Agave Tequila?
  • Viele Produzenten konzentrieren sich nur noch ausschliesslich auf die USA (weil hier natürlich das meiste Geld verdient ist und man Tequila Containerweise verkauft) – in Europa könnte somit die Versorgung eng werden und guter Tequila somit deutlich teurer. Es gibt hier ja bereits ein paar Marken die schon Ihre Preise angehoben haben. Einige Konzerne beliefern Europa gar nicht mehr – da wird nur noch Rest-Stock verkauft.

Fazit

Ich beobachte diese Entwicklung etwas mit Sorge. Deshalb bitte immer dran denken: Ein guter Tequila lässt sich nicht in 2 Wochen herstellen und kostet auch ein paar Euros. Achte bitte auch auf 100% de Agave, Nachhaltigkeit, erkundige dich über Zusatzstoffe, kaufe am besten nur Jahrgangsproduktionen oder auch Single Estate Tequilas. Dann bist Du schonmal einigermassen sicher (und hast auch gute Qualität zum – meist immer noch – fairen Preis). Salud!